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An-Nahl 16:10

Der Vers zeichnet einen **vertikalen Fluss** nach: Himmel → Wasser → Erde → Pflanzen → Früchte.

هُوَ ٱلَّذِىٓ أَنزَلَ مِنَ ٱلسَّمَآءِ مَآءً ۖ لَّكُم مِّنْهُ شَرَابٌ وَمِنْهُ شَجَرٌ فِيهِ تُسِيمُونَ

Er ist es, Der vom Himmel Wasser herabkommen läßt; davon habt ihr zu trinken, und davon (wachsen) Bäume, unter denen ihr (euer Vieh) frei weiden laßt

An-Nahl 16:10 · Übersetzung: Bubenheim & Elyas

Bild

Zuerst das Wasser für zwei Zwecke: "lakum minhu sharāb" (Trinkwasser) + "wa minhu shajarun fīhi tusīmūn" (die Pflanzen/Bäume, an denen ihr weidet). Dann eine vierfache Liste der Nutzpflanzen: Getreide, Olive, Dattelpalme, Weintraube — die vier Grundnahrungsmittel der mediterranen Landwirtschaft. Mit "min kulli al-thamarāt" (von allen Früchten) erweitert er sich. Der Satz bindet das gesamte Ökosystem an eine einzige Hinabkunft (Wasser).

Beobachtung

Der hydrologische Kreislauf umfasst die Verdunstung von Wasser aus den Ozeanen, seine Kondensation in der Atmosphäre und seine Rückkehr zur Erdoberfläche als Niederschlag. Pflanzen bilden ein notwendiges Glied in diesem Kreislauf: Sie benötigen Wasser für die Photosynthese; gleichzeitig geben sie durch Transpiration Wasserdampf an die Atmosphäre zurück. Weizen, Olive, Dattelpalme und Weintraube sind Arten mit unterschiedlichen Wasser- und Wärmeansprüchen; für alle ist Niederschlag die gemeinsame Ausgangsquelle.

Exegese

Al-Qurṭubī (al-Jāmiʿ li-Aḥkām al-Qurʾān) hält fest, dass die vier Erzeugnisse (Getreide, Olive, Dattelpalme, Weintraube) die Hauptprodukte der arabisch-mediterranen Landwirtschaft sind. Al-Rāzī (Mafātīḥ al-Ghayb) betont, dass der Aufruf "li-qawmin yatafakkarūn" verdeutlicht, dass der vertikale Fluss nicht durch das **Sehen**, sondern durch das **Nachdenken** wahrgenommen wird.

Quellen

Tafsīr: al-Qurṭubī · al-Jāmiʿ li-Aḥkām al-Qurʾān; al-Rāzī · Mafātīḥ al-Ghayb.

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