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Ash-Shuraa 42:32

Der Vers stellt drei Szenen nebeneinander: (1) das Schiff schwimmt "wie die Berge" (ka-l-aʿlām); (2) wenn der Wind nachlässt, bleibt das Schiff "rawākid" (stillgestellt) auf dem Rücken des Wassers; (3) manchmal versinkt das Schiff, manchmal wird es verschont.

وَمِنْ ءَايَـٰتِهِ ٱلْجَوَارِ فِى ٱلْبَحْرِ كَٱلْأَعْلَـٰمِ

Und zu Seinen Zeichen gehören die auf dem Meer fahrenden (Schiffe), wie die Berge

Ash-Shuraa 42:32 · Übersetzung: Bubenheim & Elyas

Bild

Der Vergleich des Verses (ka-l-aʿlām) ist im Register der Beobachtung: eine große, von Menschenhand gemachte Masse kann auf dem Wasser stehen wie ein Berg. Der nächste Satz erinnert daran, dass diese Bewegung bedingt, an den Wind gebunden ist — Größe ist von sich aus keine Bewegung. Der dritte Satz öffnet eine sittliche Dimension: Schwimmen, Sinken und Verschonen geschehen alle in demselben Meer.

Beobachtung

Physikalisch hängt es vom Auftrieb (Buoyancy) ab, dass ein Schiff auf dem Wasser stehen kann: die Gewichtskraft des Wassers im Volumen, das ein Körper verdrängt, drückt diesen Körper nach oben. Verdrängt ein Schiff ein Wasservolumen, dessen Gewicht seinem Eigengewicht entspricht, geht es nicht unter — ein Prinzip, das Archimedes festgehalten hat und das die Grundlage des modernen Schiffbaus ist. Die Bewegung ist eine eigene Frage: ein Schiff bewegt sich nur durch eine äußere Kraft (Wind, Strömung, Motor). Auf historischen Segelschiffen zwang das Aufhören des Windes das Schiff dazu, auf seinem Kurs stehen zu bleiben; das Bild des Verses "yuskini-r-rīḥa fa-yaẓlalna rawākid" (Er stillt den Wind, da bleiben sie verharrend) ist die Aufzeichnung dieser Beobachtung. Eine große Last, die auf stillem Wasser ruht (nicht sinkend + nicht in Bewegung zugleich), ist physikalisch das gleichzeitige Wirken zweier verschiedener Prinzipien: Auftrieb in der Senkrechten, Fehlen des Schubs in der Waagerechten. Der Vers hält beides in einer einzigen Szene fest.

Exegese

Die klassischen Exegeten betonen den Ausdruck "ṣabbārin shakūr" (viel geduldig, viel dankbar) im Vers besonders: al-Rāzī sagt, Geduld sei die Haltung, die in dem Augenblick eingenommen wird, in dem der Wind aufhört, und Dankbarkeit die Haltung, die in dem Augenblick eingenommen wird, in dem er weht — der Vers liest das Schiff als ein Bild des Lebens. Al-Zamakhsharī (al-Kashshāf) hebt hervor, dass "aʿlām" (Zeichen, Berge) sowohl Berge als auch hohe Masten meinen kann, und dass der Vers deshalb sowohl die sichtbare Größe als auch das Zeichen-Sein (āya) in dasselbe Wort legt. Al-Qurṭubī merkt an, dass die Schlusszeile des Verses ("aw yūbiqhunna bimā kasabū wa yaʿfu ʿan kathīr") zur Demut ruft — der Abstand zwischen dem Schwimmen und dem Sinken eines Schiffes ist so schmal wie der Abstand zwischen Erwerb und Vergebung.

Quellen

Tafsīr: al-Rāzī · Mafātīḥ al-Ghayb; al-Zamakhsharī · al-Kashshāf; al-Qurṭubī · al-Jāmiʿ li-Aḥkām al-Qurʾān. Wissenschaft: das Archimedische Prinzip und der Schiffbau; Geschichte des Segelschiffs; Standardliteratur der klassischen Physik zum Auftrieb und zur Unabhängigkeit des Schubes.

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