Qaf 50:11
Die dreiteilige Passage 50:9–11 dreht sich um ein einziges Bild: Regen (māʾ mubārak) → Gärten → ḥabb al-ḥaṣīd (das geerntete Korn) → nakhl bāsiqāt (hohe Palmen) → ṭalʿ naḍīd (dicht gestaffelte Blütenstände) → "kadhālika al-khurūj" (so wird das Hervorkommen aus den Gräbern sein).
رِّزْقًا لِّلْعِبَادِ ۖ وَأَحْيَيْنَا بِهِۦ بَلْدَةً مَّيْتًا ۚ كَذَٰلِكَ ٱلْخُرُوجُ
als Versorgung für die Diener. Und Wir machen damit (manch) totes Land wieder lebendig; so wird auch das Herauskommen (erfolgen)
Qaf 50:11 · Übersetzung: Bubenheim & Elyas
Bild
Vers 11 ist die Auferstehungsklammer der Passage: die Szene landwirtschaftlicher Fülle wird in einem einzigen Satz an das Hervortreten im Jenseits gebunden.
Beobachtung
Die Dattelpalme (Phoenix dactylifera) ist eine tropisch / subtropisch trockenklimatische Pflanze; sie erträgt lange Dürre, und sobald Wasser kommt, setzt ihr Lebenszyklus wieder ein und ihr Blütenstand (ṭalʿ) ordnet sich dicht. "Bāsiqāt" — hochwachsend; die Palme steigt senkrecht bis zu dreißig Meter empor. Die botanische Beobachtung der Passage stützt sich auf das Alltagswissen einer agrarischen Gesellschaft; die moderne Agrarwissenschaft formuliert sie nicht neu, sie bestätigt nur die Tragfähigkeit der Beobachtung.
Exegese
Al-Rāzī (Mafātīḥ al-Ghayb) hält fest, dass diese Passage eine bewusste Parallele zwischen "rizq" und "Auferstehung" trägt — das Nähren des Menschen durch den Boden (Brot, Frucht) und das Hervorbringen der Menschen aus dem Boden (Aufstehen aus den Gräbern) sind zwei Seiten desselben Bildes. Das Wort "iḥyāʾ" (Belebung) ist in beiden Szenen dasselbe.
Quellen
Tafsīr: al-Rāzī · Mafātīḥ al-Ghayb; al-Qurṭubī · al-Jāmiʿ li-Aḥkām al-Qurʾān. Wissenschaft: landwirtschaftliche Botanik (Phänologie der Dattelpalme).