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Al-Hadid 57:17

Der Vers endet in zwei Sätzen: zuerst die Beobachtung ("Gott belebt die tote Erde"), dann die Absicht ("Wir haben euch die Zeichen klargemacht, damit ihr nachdenkt" — laʿallakum taʿqilūn).

ٱعْلَمُوٓا۟ أَنَّ ٱللَّهَ يُحْىِ ٱلْأَرْضَ بَعْدَ مَوْتِهَا ۚ قَدْ بَيَّنَّا لَكُمُ ٱلْـَٔايَـٰتِ لَعَلَّكُمْ تَعْقِلُونَ

Wißt, daß Allah die Erde nach ihrem Tod wieder lebendig macht. Wir haben euch die Zeichen bereits klargemacht, auf daß ihr begreifen möget

Al-Hadid 57:17 · Übersetzung: Bubenheim & Elyas

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Der vorhergehende Vers (16) spricht vom "Verhärten" der Herzen (fa-qasat qulūbuhum); 17 stellt darauf die unausgesprochene Frage: "wenn selbst der tote Boden wieder belebt wird, warum nicht das Herz?" Daher wird der Vers sowohl für die eschatologische als auch für die geistliche Belebung gelesen — Erde und Herz werden in derselben Sprache angesprochen.

Beobachtung

Tod und Wiederbelebung des Bodens sind eine beobachtbare Tatsache: in Trockenheit sinkt die mikrobielle Aktivität auf ein Minimum; mit Wasser und Wärme steigt sie binnen 24–72 Stunden um Größenordnungen (Rewetting-Effekt). Die Verwandlung ist messbar und wiederholbar. Der Vers weist auf diese Tatsache hin und legt eine schlichte Brücke zwischen Vernunft und Auferstehung — er stellt das Greifbare (den Boden) neben das noch nicht Begriffene.

Exegese

Al-Bayḍāwī (Anwār al-Tanzīl) schlägt vor, die Verse 16 und 17 zusammen zu lesen: Herzen können — wie der Boden — sowohl von Leben als auch von Tod erfüllt werden; wenn Wasser herabkommt, wird das Harte weich. Al-Rāzī bemerkt, dass "laʿallakum taʿqilūn" das Vernunftwirken nicht vor, sondern nach der Beobachtung ansetzt.

Quellen

Tafsīr: al-Bayḍāwī · Anwār al-Tanzīl; al-Rāzī · Mafātīḥ al-Ghayb. Wissenschaft: Bodenmikrobiologie (Rewetting-Effekt).

Ar-RahmanKoran lesenAl-'Alaq