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At-Tariq 86:5

Die Passage entfaltet ein Argument in vier kurzen Sätzen.

فَلْيَنظُرِ ٱلْإِنسَـٰنُ مِمَّ خُلِقَ

So soll der Mensch doch hinsehen, woraus er erschaffen ist

At-Tariq 86:5 · Übersetzung: Bubenheim & Elyas

Bild

"Fa-l-yanẓuri al-insānu mimma khuliqa" (der Mensch schaue, wovon er erschaffen ist) — ein Aufruf. "Min māʾin dāfiq" — ein hervorgeschleudertes, sprudelndes, unter Druck ausgestoßenes Wasser. "Yakhruju min bayni al-ṣulbi wa-l-tarāʾib" — zwischen Lenden und Brustkorb (ein Bereich, der in der Körpergeographie von Frau und Mann gemeinsam ist). Schlusssatz: "innahu ʿalā rajʿihi la-qādir" (wahrlich, Er ist mächtig, ihn zurückzubringen) — das Argument schließt: Wer aus einem winzigen Anfang ein großes Wesen baut, kann dasselbe Wesen wieder aufbauen.

Beobachtung

In der Fortpflanzungsbiologie ist der Beginn der Befruchtung (Ejakulation) ein druckgetriebener Mikro­fluss; aus einer einzigen befruchteten Zelle entsteht ein erwachsener Mensch mit 37 Billionen Zellen. Diese Verwandlung liegt im Bereich der Beobachtung. Die Wendung "min māʾin dāfiq" des Verses ist nicht als wissenschaftliche Beschreibung zu lesen; sie hält eine Beobachtung fest, die dem Verständnis jener Zeit bereits zugänglich war — dass aus einem unter Druck herausgestoßenen Fluss ein großes Wesen hervorgeht. Das Bild "rajʿ" (Rückführung) ist die sinnbildliche Umkehrung von der großen Erzeugung zurück zum kleinen Anfang.

Exegese

Klassische Kommentatoren bewahren zwei Lesarten zu "ṣulb–tarāʾib": al-Rāzī liest es als die gemeinsame Geographie des männlichen und weiblichen Beitrags; Ibn Kathīr hält die Wendung für einen Hinweis allein auf den männlichen Körper. Beide Lesarten werden nebeneinander überliefert; das eigentliche Gewicht des Verses liegt nicht in diesem Detail, sondern in dem Argument "kleiner Anfang → großes Wesen → Rückkehr ist möglich."

Quellen

Tafsīr: al-Rāzī · Mafātīḥ al-Ghayb; Ibn Kathīr · Tafsīr al-Qurʾān al-ʿAẓīm. Wissenschaft: Fortpflanzungsbiologie (Zygote → vielzelliger Organismus).

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