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Luqman 31:10

Der Vers stellt zwei Verben nebeneinander: der Himmel wurde "bi-ghayri ʿamadin tarawnahā" (ohne Pfeiler, die ihr seht) emporgehoben; auf die Erde wurden "rawāsī" (gewichtige, fest stehende Gebilde) "an tamīda bikum" (damit sie unter euch nicht wanke) geworfen.

خَلَقَ ٱلسَّمَـٰوَٰتِ بِغَيْرِ عَمَدٍ تَرَوْنَهَا ۖ وَأَلْقَىٰ فِى ٱلْأَرْضِ رَوَٰسِىَ أَن تَمِيدَ بِكُمْ وَبَثَّ فِيهَا مِن كُلِّ دَآبَّةٍ ۚ وَأَنزَلْنَا مِنَ ٱلسَّمَآءِ مَآءً فَأَنۢبَتْنَا فِيهَا مِن كُلِّ زَوْجٍ كَرِيمٍ

Er hat die Himmel ohne Stützen, die ihr sehen könnt, erschaffen und auf der Erde festgegründete Berge gesetzt, daß sie nicht mit euch wanke, und auf ihr allerlei Tiere sich ausbreiten lassen. Und Wir lassen Wasser vom Himmel herabkommen und dann viele edle Arten auf ihr wachsen

Luqman 31:10 · Übersetzung: Bubenheim & Elyas

Bild

Eine unsichtbare Stütze (der Himmel) und ein sichtbares Gewicht (der Berg) werden in einem Satz als zwei Seiten derselben Ordnung dargestellt.

Beobachtung

Die klassische tafsīr liest "bi-ghayri ʿamadin tarawnahā" auf zwei Weisen: (1) ohne sichtbare Pfeiler; (2) mit Stützen, die das Auge nicht sieht. Die zweite Lesart sagt nicht dasselbe wie die moderne Physik; doch sie teilt dasselbe Bild: die Himmelskörper sind ohne sichtbare Stütze aneinander gebunden, durch wechselseitige Schwerkraft. Der Sinn von "rawāsī" als "Gewicht, verankerte Masse" wird in der klassischen tafsīr als das Halten der Erde im Gleichgewicht gelesen; in der Bergmorphologie kann die Beständigkeit, die große Massen ihrer Gegend verleihen, neben das Bild des Verses gestellt werden — dies ist jedoch keine Eins-zu-eins-wissenschaftliche Erklärung, sondern ein Punkt, an dem die beobachtende Sprache des Verses der modernen Beobachtung begegnet.

Exegese

Elmalılı Hamdi Yazır liest "bi-ghayri ʿamadin tarawnahā" als "unsichtbare Stützen" und vermittelt, dass diese Lesart in der klassischen tafsīr anerkannt ist. Al-Rāzī (Mafātīḥ al-Ghayb) lenkt den Blick darauf, dass der Vers zwei Elemente — Himmel und Erde — in einer einzigen Ordnung verbindet: oben ein unsichtbarer Halter, unten ein sichtbarer Befestiger. Der Vers geht weiter zu den Gewässern und den Lebewesen — die Ordnung wird nicht nur in den Massen, sondern auch im Leben selbst von derselben Hand beschrieben.

Quellen

Tafsīr: Elmalılı Hamdi Yazır · Hak Dini Kur'an Dili; al-Rāzī · Mafātīḥ al-Ghayb.

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